Vater läuft mit seinem Sohn auf den Schultern auf einen Wasserfall zu

Praktische Tipps für richtig gute Fotos

Tipps für bessere Fotos

Ein schönes Foto zeichnet vor allem durch den guten Aufbau aus. Eine aussergewöhnliche Perspektive, eine besonders harmonische Bildstimmung oder ein spannendes Zusammenspiel aus Farben, Licht und Schatten. Zwar lassen sich mit Hilfe von Bildbearbeitungsprogrammen viele Fehler ausbessern, aber aus einem schlechten Foto wird dadurch noch lange kein gutes. Wir zeigen Ihnen, wie Ihnen tolle Aufnahmen gelingen, die Sie dann als Wanddekoration in Ihrer Wohnung oder in einem Fotokalender festhalten können.

Fokus auf das Hauptmotiv

Vieles lässt sich bei digitalen Bildern retuschieren. Aber nur selten lassen sich sehr markante Details im Hintergrund komplett verbergen. Achten Sie daher bereits bei der Aufnahme auf mögliche Störfaktoren im Hintergrund. Ist dort beispielsweise ein dominantes Element zu sehen, stiehlt dieses dem eigentlichen Motiv die Show. Mit anderen Worten: Beachten Sie bei der Aufnahme, dass die Aufmerksamkeit wirklich auf dem Hauptmotiv liegt und nicht durch bunte Farben oder grosse Objekte abgelenkt wird. Hierbei stellen Objekte in einer sehr auffälligen Farbe das grösste Problem dar. Andere markante Objekte, die farblich nicht herausstechen, können durch das Spiel von Schärfe und Unschärfe noch mehr in den Hintergrund gerückt werden.

Um nur das Hauptmotiv scharf und den Hintergrund unscharf abzubilden, sollten Sie die Blende weit öffnen, um den scharfen Bereich der Aufnahme zu verringern. Hier gilt: Desto lichtstärker das Objektiv, umso deutlicher wird der Schärfe-Unschärfe-Effekt, den diese kleineren Blendenzahlen erzeugen.

Eine Person als Hauptmotiv ins rechte Bild rücken

Auf den meisten Reisen liegt der fotografische Fokus darauf, schöne Landschaften und besondere Sehenswürdigkeiten als Andenken festzuhalten. Aber Aufnahmen der Natur und aussergewöhnlicher Gebäude allein sind nicht alles. Es soll ja schliesslich auch herauskommen, dass man selbst das Reiseziel bereist hat. Daher gilt es sich selbst oder den Mitreisenden gemeinsam mit der Sehenswürdigkeit oder der atemberaubenden Landschaft in Szene zu setzen. Wir zeigen Ihnen hier die wichtigsten Regeln zur Positionierung Ihres Hauptmotivs im Bild.

Frau mit Wanderrucksack in den Bergen

Der goldene Schnitt als Proportionsregel

Grundsätzlich ist es ratsam, den goldenen Schnitt für die Platzierung des Hauptmotives zu beachten. Der goldene Schnitt ist die Teilung einer Strecke in einem Verhältnis von 61,8 Prozent und 38,2 Prozent. Diese Proportion gilt als besonders ästhetisch, da sie sowohl in der Natur als auch beim Menschen zu finden ist.

Wird diese Proportionsregel sowohl auf der langen als auch auf der kurzen Seite des Bildausschnittes jeweils von links und rechts angewendet, entsteht ein Raster aus vier Linien. Aus diesen vier Linien gehen wiederum vier Schnittpunkte hervor, die als Orientierungshilfe zur richtigen Platzierung dienen. Das Hauptmotiv sollte demnach mindestens einen oder zwei Schnittpunkte abdecken oder zumindest berühren.

Eine vereinfachte Variante dieser Einteilung ist die Drittelregel. Wie der Name bereits verrät, werden hier die Strecken in drei gleichgrosse Bereiche geteilt, durch die Ebenfalls ein Raster entsteht. Der grosse Vorteil der Drittelregel ist, dass sich dieses Raster bei den meisten Digitalkameras im Sucher und/oder auf dem Display im Live-View-Modus anzeigen lässt.

Mittige Positionierung als Abwechslung

Manchmal kann auch die Mitte genau die richtige Position sein. Beispielweise weisen einige Wege, die durch eine Stadt oder Landschaft führen, sowie Brücken, Tempelanlagen und andere historische Bauwerke eine gewisse Symmetrie auf, in die die Person perfekt eingereiht werden kann.

Frau mittig auf einer Brücke fotografiert

Die richtige Perspektive zum Fotografieren

Es kann spannend wirken, ein Objekt einmal aus einer ganz anderen Perspektive zu fotografieren. Die Froschperspektive eignet sich vor allem für Plätze mit hohen Gebäuden oder auch in Wäldern. Der Gegensatz dazu wäre die Vogelperspektive, bei der von weit oben nach unten fotografiert wird. Gerade in der Zeit der Drohnenfotografie erschliessen sich ganz neue Möglichkeiten die Vogelperspektive anzuwenden.

Hohe Gebäude aus der Froschperspektive fotografiert

Allerdings können beide Perspektiven bei Gebäuden zu stürzenden Linien führen. Durch diese Linien wirkt ein Gebäude so, als würde es nach vorn oder nach hinten abkippen. Diese Wirkung kann als gewollter Effekt eingesetzt werden. Vermeiden können Sie solche Linien, indem Sie beim Fotografieren mit dem Objekt auf Augenhöhe stehen. Ist es Ihnen allerdings nicht möglich eine solche Position einzunehmen, lassen sich stürzende Linien in der Fotonachbearbeitung bis zu einem gewissen Grad korrigieren.

Die wichtigste Regel bei der Wahl der Perspektive ist, dass Sie sich nicht scheuen neue und aussergewöhnliche Perspektiven auszuprobieren. Denn oft verhelfen gerade die unbequemen Posen zu den besten Fotos und verliehen ihnen das gewisse Etwas.

Machen Sie das Bild lebendig

Wer lebendige Fotos erhalten möchte, sollte das Motiv nicht künstlich drapieren. Knipsen Sie lieber gezielt drauf los, wenn es sich ergibt. Gerade bei der Aufnahme von Personen ist es wichtig, dass die Situation nicht zu gestellt ist. Haben Sie Ihr bevorzugtes Hintergrund-Motiv und die Person also stets im Blick. Nicht selten steht der Mitreisende genau am richtigen Aussichtspunkt und bestaunt die Umgebung. Genau in diesem Augenblick ist es für Sie der richtige Zeitpunkt auf den Auslöser zu drücken. Nur so wirkt die Aufnahme natürlich, spontan und lebendig, denn nur selten wirkt der direkte Blick in die Kamera authentisch.

Um für solche Aufnahmen schnell genug reagieren zu können, wird eine eher kurze Belichtungszeit benötigt. Diese sollte bei 1/125 Sekunden und weniger liegen. Eine kurze Belichtungszeit erfordert jedoch ausreichend Umgebungslicht. Ist es ohnehin Ihr Ziel, die Person in den Fokus zu stellen, können Sie die Blende des Objektiven weit öffnen. So wird der bereits erwähnte Schärfe-Unschärfe-Effekt erzielt. Stellen Sie sicher, dass der Fokus der Kamera auf Ihr Motiv gerichtet ist, damit dieses tatsächlich scharf und nur der Hintergrund unscharf dargestellt wird.

Reicht das Umgebungslicht trotz geöffneter Blende nicht aus, ist es möglich den ISO-Wert zu erhöhen. Vor allem moderne Kameras sind in der Lage auch mit höheren ISO-Werten rauschfrei zu fotografieren. Seien Sie dennoch bei der Erhöhung dieses Wertes immer vorsichtig und sichten Sie das erste Foto in einem herangezoomten Zustand, bevor Sie weitere Schnappschüsse machen.

Bei stillstehenden Motiven wie Landschaften und Gebäuden ist der Faktor Umgebungslicht nicht so problematisch. Mit der Hilfe eines Statives können Sie sich bei Ihrer Aufnahme ausreichend Zeit nehmen, um verschiedene Einstellungen bis zur perfekten Aufnahme auszuprobieren. Dank des Statives sind hier lange Belichtungszeiten, um beispielsweise mit einer geschlossenen Blende ein ganzheitlich scharfes Foto zu machen, kein Problem. Bei reinen Landschaftsaufnahmen helfen Ihnen besondere Lichtstimmungen, wie die blaue oder goldene Stunde, um Leben in Ihre Aufnahme zu bringen. Ebenso verleihen Gegenlicht und Blendenflecken einem Landschaftsbild den letzten Schliff.

Der korrekte Einsatz des Blitzes

Ein weiterer oft gemachter Fehler ist der falsche Einsatz des integrierten Blitzes. Gebäude müssen nicht geblitzt werden, weil der in die Kamera eingebaute Blitz diese gar nicht ausleuchten kann. An dieser Stelle sind Sie mit einer längeren Belichtungszeit und einem Stativ besser beraten.

Andererseits sollten Sie bei der Aufnahme von Personen bei Gegenlicht immer den Blitz verwenden, um die Personen später auch erkennen zu können. Nutzen Sie hierfür einen der Halbautomatikprogramme, wie die Programmautomatik (P), die Blendenautomatik (S oder Tv), die Zeitautomatik (A oder Av), oder den manuellen Modus. In diesen Modi verwendet die Kamera den Blitz nicht von allein und Sie müssen den integrierten Blitz manuell hinzuschalten. Für die manuelle Aktivierung des Blitzes besitzen die meisten Spiegelreflex- und Systemkameras einen separaten Kopf am Gehäuse. Der Blitz fungiert in diesem Moment als Aufhellblitz bzw. Hilfslicht, wodurch die harten Schatten im Gesicht gemildert werden.

Familie bei Sonnenuntergang im Gegenlicht fotografiert

Automatikprogramme sind nicht immer die besten

Neben dem Blitz machen auch die in vielen Kameras integrierte Vollautomatik und die unterschiedlichen Motivprogramme eine Nutzung einfach und bequem. Für den Anfang können diese eine gute Lösung sein, um sich an die Handhabung einer System- oder Spiegelreflexkamera zu gewöhnen. Zwar erzielen die Automatikprogramme meist ein gutes Resultat, liefern jedoch nicht immer das erwartete Ergebnis. Denn die Automatismen Ihrer Kamera nutzen manchmal ungünstig den Blitz oder können die Schärfentiefe nicht richtig variieren. Daher sollten Sie sich nach und nach über die Halbautomatiken bis hin zum manuellen Modus hinarbeiten, um das Optimum aus Ihrem Kameraequipment zu holen.

Um den manuellen Modus bedienen zu können, ist es wichtig die einzelnen Parameter wie Blende, Belichtungszeit und ISO-Wert zu kennen und zu verstehen wie diese ineinander greifen. Arbeiten Sie daher nach und nach mit den unterschiedlichen Halbautomatiken, bei denen Sie immer einen dieser Parameter manuell beeinflussen können, währenddessen die Kamera die übrigen Parameter anpasst. Betrachten Sie dazu bei der Sichtung Ihrer Bilder auch die Meta-Daten, um zu analysieren in welcher Situation Ihre Kamera die Parameter wie eingesetzt hat.

Lesen und lernen Sie mehr dazu in unserem kleinen Glossar:

Fazit

Eine hochwertige Kamera ist längst kein Garant für gute Fotos. Wie bei so vielem heisst es auch in der Fotografie: Üben, üben, üben.

Fangen Sie klein an. Nutzen Sie zu Beginn ruhig die Motivprogramme, beobachten die Meta-Daten und machen sich mit den wichtigsten Begriffen vertraut. Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Aufnahmen und haben Sie keine Angst mit den verschiedenen Einstellungen und Funktionen zu spielen. Auch wenn die Einstellung einmal völlig daneben geht, ist das ein wichtiger Moment, aus dem Sie lernen können. Ist der Übergang zu den Halbautomatiken geschafft, ist auch der Weg zum manuellen Modus nicht mehr weit und schon bald sind Sie in der Lage atemberaubende Augenblicke fehlerfrei auf Ihren Fotos festzuhalten.

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