Sportfotografie: Schnell und dynamisch

Sportfotografie: Schnell und dynamisch

Das müssen Sie bei Sportfotos beachten

Haben Sie beim Wort „Sportfotografie“ auch gleich die professionellen Fotografen hinter dem Tor mit ihren riesigen Super-Teleobjektiven vor Augen? Doch die meist teure Ausrüstung ist nicht das Wichtigste für gute Aufnahmen des nächsten Sportfestes oder Kinderfußballturniers. Lesen Sie hier, wie Sie Aktion, Geschwindigkeit und Emotionen am Besten festhalten können.

Bildgestaltung und Ausschnitt

Der Bildinhalt ist, wie bei den meisten Fotos, auch bei der Sportfotografie von grosser Bedeutung. Dabei hilft ein grundlegendes Verständnis der Sportart, um den besten Standort zum Fotografieren zu finden und die Bewegungen im Voraus zu erahnen. Ein gutes Sportfoto kann auch die Emotionen nach dem Spiel zeigen. Zum Beispiel die Sieger vor einer jubelnden Menschenmenge oder einen Verlierer in der gefühlt unendlichen Weite des Stadions.

Effekte und Techniken

Je nach Sportart variiert nicht nur der Bildausschnitt, sondern auch die jeweils etablierte Fototechnik. So wird bei schnellen Sportarten, wie Fahrrad- oder Motorsportveranstaltungen, häufig mitgezogen, die Kamera schwingt also mit ihrem Motiv mit, so dass der Hintergrund verwischt. Bei Fun-Sportarten, wie dem Beachvolleyball, eignen sich besonders Weitwinkel- oder Fisheye-Effekte, während bei anderen Sportarten wiederum einzelne Personen oder Zweikämpfe in Nahaufnahme eingefroren oder freigestellt am besten wirken. Für aussergewöhnliche Bilder lohnt es sich jedoch, diese Standards zu ignorieren und verschiedene Effekte zu probieren:

1. Nah dran

Der Klassiker und bei fast allen Sportarten einsetzbar ist das Freistellen einzelner Objekte, wie zum Beispiel ein Zweikampf bei Ballsportarten. Damit der Hintergrund verschwimmt, um nicht störend vom eigentlichen Motiv abzulenken, sollte die Blende möglichst weit geöffnet sein, während die Verschlusszeit je nach Geschwindigkeit der Sportart möglichst klein gehalten wird. Ein enger Bildschnitt vermittelt bei solchen Aufnahmen zusätzliche Nähe und Intensität.

Sportfotografie: Schnell und dynamisch

2. Dynamisch

Das Mitziehen gehört bei Sportarten, die eine gewisse Gleichmässigkeit in ihrer Bewegung haben, zum guten Standard. Dabei geht es darum, das eigentliche Motiv, zum Beispiel ein Auto, in seiner vollen Grösse scharf, den Hintergrund jedoch möglichst verschwommen aufzunehmen. Dadurch lässt sich die Geschwindigkeit der fotografierten Situation besser darstellen. Andersherum können Sie den Effekt mit einer längeren Verschlusszeit auch dazu nutzen, um den Vorder- oder Hintergrund scharf, den Sportler jedoch als verschwommenen Farbklecks festzuhalten.

3. Einfacher oder Extremer

Viele Sportfotografen scheinen mit ihren 300- bis 400-Millimeter-Objektiven nahezu verwachsen zu sein, dabei lassen sich auch mit einfachen Weitwinkel- oder Fisheye-Objektiven im Bereich von 12 bis 30 Millimeter Brennweite fantastische Aufnahmen erzielen. Allein durch die Abbildungsgrösse können Objekte hervorgehoben werden oder der Hintergrund viel weitläufiger und grösser erscheinen. Vorraussetzung dafür ist natürlich die Nähe zum Geschehen.

Sportfotografie: Schnell und dynamisch

Sicherheit und Technik

Bei Grossveranstaltungen sind die Plätze für Fotografen meist begrenzt und vorgegeben, im Amateur- und Hobbybereich dagegen können Sie sich oft frei bewegen und kommen so viel näher an die Aktion heran. Die somit wohl wichtigste Regel betrifft Ihre eigene Sicherheit. Schon ein Volleyball kann aus kurzer Distanz sehr schmerzvoll werden, besonders da Sie ja noch die harte Kamera direkt vor ihr Gesicht halten. Für Aufnahmen, die wirklich dicht am Geschehen sein sollen, lohnt es sich, in Absprache mit den Veranstaltern, eine Kamera fest zu installieren und fernzusteuern.

Ausrüstung

Eine gute Ausrüstung macht nicht gleich gute Fotos. Doch empfiehlt es sich, zumindest ein Reisezoom-Objektiv einzupacken, um möglichst alle Blickwinkel abzudecken. Zudem sollte das Objektiv – gerade in Sporthallen oder bei schlechtem Wetter – möglichst lichtstark sein. Günstige und mittelklassige Spiegelreflexkameras, aber auch System- und Kompaktkameras, verfügen oft über ein automatisches Sportprogramm. Genügend Licht vorausgesetzt, versucht die Automatik bei möglichst offener Blende und der schnellstmöglichen Verschlusszeit zu arbeiten, was oftmals für sehr gute Ergebnisse sorgt. Ausserdem lohnt es sich, immer genügend Speicherkarten und einen Akku zum Wechseln im Gepäck zu haben. Bei einem 90-minütigen Fussballspiel sind schnell mehr als 1.000 Bilder geschossen.

Sportfotografie: Fazit

Es ist von Vorteil, seine Kameraausrüstung und ihre Möglichkeiten zu kennen, um sich vorher den geeigneten Platz zum Fotografieren zu suchen. Überlegen Sie sich bereits vor dem Event ein paar Bildideen, so können Sie sich während des Spiels ganz auf Ihre Motive konzentrieren. Und seien Sie nicht enttäuscht, wenn die besten Zweikämpfe auf der anderen Spielfeldhälfte stattfinden, sondern richten Sie ihren Blick auf ihre Umgebung. Emotionen finden sich auch im Publikum oder bei den Trainern. Während in Zeitungen meist nur ein einzelnes Bild abgebildet wird, lohnt es sich meist, eine ganze Serie von Bildern zu schiessen. Angefangen beim harten Foul bis hin zur Versöhnung der Spieler ergeben sich so oft faszinierende Serien.

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