verschiedene alte Bilder in einer Kiste

Bilder verwalten und archivieren

So haben Sie alle Ihre Bilder immer im Blick

Mit Digitalkameras und Smartphones machen wir täglich zig Bilder. Damit Sie nicht den Überblick verlieren, sollten Sie Ihre Bilder richtig verwalten und rechtzeitig an einem zentralen Ort sichern. Das ist nicht schwierig, im Gegenteil: Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Bilder so verwalten, dass Sie immer den Überblick haben.

Bildverwaltung: Alle Bilder an einem Ort

Denken Sie daran, an wie vielen Orten sich die Bilder befinden. Im Computer, auf der Speicherkarte der Kamera, im Smartphone, in der Cloud? Haben Sie Bilder von einem Freund in Ihrem E-Mail-Postfach? Es gibt gute Gründe, alle Bilder an ein und derselben Stelle im eigenen Computer oder in der Cloud zu sammeln.

Tipp

Viele mit Digitalkameras mitgelieferte Bildprogramme speichern die Bilder auf der Kamera schon in Ordnern, die entsprechend des Aufnahmedatums benannt werden – das erleichtert Ihnen die Arbeit bei der späteren Sortierung.

Eine gut überlegte Ordnerstruktur ist das A und O, wenn man seine Bilder auch nach einiger Zeit schnell auf der Festplatte wiederfinden möchte. Legen Sie für die Bilder auf Ihrem PC zum Beispiel Ordner in der chronologischen Reihenfolge an und verschieben Sie die Bilder aus allen Quellen in die Ordner. Benennen Sie Ihre Ordner am besten nicht nur mit dem Datum, sondern auch einem Thema oder Ort. So könnten Sie Ihre Aufnahmen der Spanienreise beispielsweise unter dem Namen 2018/07_Ibiza archivieren.

Fotos von Speicherkarten und Festplatten auf dem Computer verwalten

Bilder mit Schlagwörtern (Tags) versehen

Viel eleganter ist es, die Bilder mit Schlagwörtern, also mit sogenannten Tags, die als Zusatzinformationen in den Metadaten hinterlegt werden, zu versehen. Sie lassen sich sowohl für einzelne als auch für mehrere Bilder gleichzeitig sowie für Ordner vergeben. Mit ihnen können Sie Ihre Bilder ganz unabhängig vom Datei- und Ordnernamen sowohl nach Datum, Ort als auch Inhalt auffindbar machen und im Windows Explorer (Markierung hinzufügen) oder im Mac Finder (Informationen) relativ leicht managen.

Auf die Menge der Bilder achten

Dank der grossen Displays der Digitalkameras und Smartphones lassen sich die Bilder bereits direkt nach der Aufnahme kontrollieren. Behalten Sie nur die wichtigsten und gut gelungenen Bilder. Am besten sehen Sie sich die Aufnahmen direkt nach der Aufnahme an – wenn Sie in den Ferien fotografieren, einfach am Abend im Hotelzimmer – und löschen gleich alles, was verwackelt, verdeckt oder überbelichtet ist. Einen zweiten Auswahlvorgang machen Sie dann entweder vor dem Import auf den PC (in der Vorschau) oder danach, indem Sie die Bilder einfach wieder von Ihrem Computer löschen.

Tipp

Sie planen eine Diashow? Damit diese eine Freude für Ihre Zuschauer wird, sollten Sie sich auf 10 - 12 Bilder pro Motiv, Szene oder Tagestrip beschränken. Wichtiger als die Menge ist hier die Qualität.

Kostenlose Bildverwaltung für Windows und Mac

Die Flut an Programmen zur Bildverwaltung ist schier unüberblickbar. Falls Sie Ihre Bilder nicht nur verwalten, sondern auch bearbeiten wollen, sollten Sie bei der Wahl der Software auch darauf achten.

Zu den Standardprogrammen gehören die Fotos App für Mac, die Windows-App Fotos und Google Fotos. Die App Google Fotos ist bei mit Android betriebenen Smartphones und Tablets vorinstalliert.

Neben der Fotoverwaltung bietet die bereits auf dem iMac oder MacBook vorinstallierte Fotos App die Möglichkeit Fotoprodukte wie Fotobücher, Karten und ähnliches direkt zu gestalten. Klicken Sie dazu in der linken Menüleiste der Fotos App auf das Plus neben dem Wort Projekte. Haben Sie die ifolor App schon heruntergeladen, können Sie nun auch über die Fotos App auf Ihrem Apple PC auf die Fotoprodukte zugreifen und diese gestalten.

Wenn es um das Thema Datensicherheit geht, bietet Google Fotos durch automatische Backups eine grosse Sicherheit für Ihre mit dem Smartphone aufgenommenen Fotos. Dabei können Sie selbst entscheiden ob das Backup in Echtzeit oder nur bei einer WLAN-Verbindung durchgeführt wird. Im Falle eines Verlusts Ihres Smartphones, sind Ihre Bilder stehts in der Google Cloud hinterlegt. Ein Desktop-Programm gibt es für Google Fotos leider nicht, Sie können jedoch über den Browser Ihres PCs auf Ihre Aufnahmen zugreifen.

Es lohnt sich allerdings, einen Blick auf die kostenlosen sowie kostenpflichtigen Alternativen zu werfen.

Tipp

Programme wie VisiPics durchleuchten Ihre Festplatte und suchen nach doppelten oder sehr ähnlichen Bildmotiven.

Ashampoo Photo Commander

Ashampoo Photo Commander verwaltet Ihre Bilder und bietet Ihnen die Möglichkeit, Ihre Bilder zu bearbeiten oder sie zum Beispiel zu einer Diashow oder Collage zusammenzufügen. Dieses Programm ist für Stapelverarbeitung und Geotagging geeignet. Die Basis-Version ist kostenlos, die Vollversion kostet ca. 17 CHF und erweitert die Geotagging-Funktion.

JPhotoTagger

Die Open Source Software JPhotoTagger bietet nur die reine Fotoverwaltung an, ist jedoch für verschiedenste Betriebssystemen einsetzbar.

Kostenpflichtige Bildbearbeitungsprogramme für Fortgeschrittene

Diese drei kostenpflichtigen und umfangreicheren Lösungen für Windows und Mac richten sich an Fortgeschrittene und Profis. Neben einer einfachen Bildverwaltung ist eine gute Bildbearbeitung samt integriertem RAW-Konverter hier besonders wichtig.

ACDSee Photo Studio

ACD Systems gehört mit seiner Leistung in den verschiedenen Bereichen zu den Top-Programmen. Dank seiner mobilen Apps für Smartphone und Tablets können Sie Ihre Geräte einfach synchronisieren und haben Ihre Bilder immer dabei. Die Fotos werden in einer Ordnerstruktur sortiert. Mit einer innovativen Umsetzung zum einfachen Vergeben von Tags und weiteren Kategorien setzt es sich hier teilweise sogar leicht von der Konkurrenz ab, während die Bildbearbeitung mit Filtern, Spezialeffekten, sowie Stapelverarbeitung einfach und positiv überrascht. ACDSee Photo Studio gibt es in drei verschiedenen Kaufversionen zwischen 50 und 116 CHF.

Tipp

Von den Programmen werden auch kostenlose Testversionen angeboten, die zeitlich begrenzt genutzt werden können.

Lightroom

Das vielleicht umfangreichste Programm von Adobe gehört zu den besten seiner Klasse. Die Bildbearbeitung ist schön gelöst und liefert sehr gute Ergebnisse. Ob Geotagging, Aufnahmedaten oder Schlagworte, die Verwaltung und das Sortieren der Bilder lässt je nach Version der Software fast keine Wünsche offen. Ein Nachteil: Das Programm benötigt 2 GB Festplattenspeicher und ist damit eines der grössten seiner Klasse. Pro Monat kostet Lightroom ca. 14 CHF.

Benutzeroberfläche der Bildverwaltungsfunktion in Lightroom

Photo Director

Auch die neuste Version von Photo Director bietet einen grossen Umfang von verschiedenen Funktionen. Neben der grundlegenden Ordnerstruktur, der automatischen Verschlagwortung und benutzerdefinierten Tags verfügt das Programm über eine Gesichtserkennung. Im Gegenzug dazu bietet es keine Geotagging-Funktion. Neben der Verwaltung der Bilder bietet Photo Director auch Bildbearbeitungsfunktionen wie Retusche und Perspektiven-Korrektur und kann Panoramabilder erstellen. Das Programm kostet ca. 67 CHF.

Alle drei Programme verzichten zudem darauf, die Bilder in einer eigenen Datenbank zu speichern, was Speicherplatz spart. 

Tipp

Achten Sie am Anfang darauf, nicht gleich zu viel zu wollen, sondern arbeiten Sie sich Stück für Stück vor. So bekommen Sie mehr Routine und vermeiden den grossen Fehler, sich vor lauter Möglichkeiten ein neues Chaos aufzuladen.

Mit Backups sind Sie auf der sicheren Seite

Um den Verlust Ihrer Bilder zu vermeiden, gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen ein regelmässiges Backup auf einer externen Festplatte. Zum anderen das Speichern in der Cloud. Der Vorteil: Alle Bilder lassen sich ohne zusätzliche Software automatisch synchronisieren. So müssen Sie nicht mehr an manuelle Backups denken. Allerdings kostet die Cloud im Gegensatz zur externen Festplatte je nach Anspruch und Speicherplatz möglicherweise fortlaufend Geld. Die meisten dürften allerdings mit den Gratisvarianten gut zurechtkommen.

Bei der (intensiven) Nutzung eines Cloud-Dienstes ist es wichtig, sich über die Nutzungsbedingungen zu informieren. Datensicherheit und Privatsphäre sollten Ihnen hier wichtig sein.

Tipp

Sichern Sie Ihre Bilder auf alle Fälle wenigstens auf einer externen Festplatte. Sollten Sie auch unterwegs darauf zugreifen wollen, bietet sich ein zusätzlicher Cloud-Speicher an.

Möchten Sie sicher gehen, dass Ihre schönsten Erinnerungen für immer erhalten bleiben, dann lohnt es sich diese in einem Fotobuch festzuhalten. Schliesslich können auch Festplatten mit der Zeit kaputt gehen oder es treten technische Probleme bei Ihrem Clouddienstleister auf, wodurch Ihre Daten verloren gehen. Aber ein Fotobuch können Sie selbst in 20, 30 oder 50 Jahren mit Ihren Kindern, Enkeln oder auch Urenkeln gemütlich auf der Couch bestaunen, um Ihre schönsten Momente erneut zu erleben und zu teilen.

Fazit

Auch wenn der Aufwand am Anfang gross erscheint: Haben Sie sich einmal mit den Methoden der Bildverwaltung vertraut gemacht, sparen Sie wertvolle Zeit, die Sie kreativ einsetzen können, um noch mehr aus Ihren Bildern zu machen!

Erstellen Sie mit Ihren schönsten Fotos doch ein Fotobuch, um Ihre Erinnerungen mit Freunden und Familie zu teilen und immer griffbereit zu haben.

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