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Photoshop: Tag in Nacht verwandeln

Photoshop: Tag in Nacht verwandeln

Die Nachbearbeitung von Fotos ist ein grosser Bestandteil in der Fotografie. Dabei ist es nicht immer nur das Ziel, die Aufnahme zu optimieren. Fotobearbeitungsprogramme wie Photoshop machen es möglich, einem Bild eine ganz neue Wirkung und Aussage zu verleihen. Eine Möglichkeit ist es, Aufnahmen, die am Tag geschossen wurden, in düstere und mystische Nachtaufnahmen zu verwandeln.

In diesem Artikel erfährst du Schritt für Schritt, wie du eine Aufnahme nicht nur in eine nächtliche Stimmung versetzen, sondern auch, wie du erloschene Lichtquellen zum Leuchten bringst.

Eine nächtliche Stimmung erzeugen

Um eine Tageslichtaufnahme in eine Nachtaufnahme zu verwandeln, ist der erste Schritt, dem Foto eine nächtliche Stimmung zu verleihen. Öffne hierfür bestenfalls die RAW-Datei deiner Aufnahme in Photoshop. Durch die vielen Bildinformationen der RAW-Datei ist eine detaillierte Bearbeitung möglich. Solltest du das Foto nicht in RAW aufgenommen haben, kannst du für die Bearbeitung auch die JPEG-Datei verwenden. Jedoch musst du in der Nachbearbeitung mit qualitativen Einbussen rechnen.

Für die Erzeugung der Nachtstimmung werden verschiedene Einstellungsebenen benötigt. Diese lassen sich unter dem Ebenenbedienfeld mit einem Klick auf den schwarzweiss-geteilten Kreis oder unter dem Reiter Korrekturen über dem Ebenenbedienfeld öffnen.

Einstellungsebenen-mit-Kontextmenue

Zuerst sollte die Einstellungsebene «Helligkeit/Kontrast» gewählt werden. In dieser befinden sich zwei Regler, die zum einen die Helligkeit, und zum anderen den Kontrast regeln. Setze den Kontrast herab, indem du den Regler ganz nach links auf minus 50 bewegen. Die Helligkeit des Bildes bleibt vorerst unberührt.

Die zweite Einstellungsebene regelt den Farbton und die Sättigung deiner Aufnahme. Da sowohl der Kontrast als auch die Sättigung bei Nachtaufnahmen nicht sehr ausgeprägt sind, wird auch diese herabgesetzt. Wie stark die Sättigung herabgesenkt wird, hängt von jedem Bild selbst ab. Ist die Aufnahme sehr farbenfroh und kontrastreich, muss die Sättigung sehr stark gesenkt werden. Bei Fotos die von Haus aus weniger Farbenvielfalt bieten, kann bereits eine leichte Korrektur ausreichen. Stelle die Sättigung insoweit herab, bis die Farben noch schwach erkennbar sind. In diesem Fall wird die Sättigung auf einen Wert von minus 30 gesetzt. Öffne nun die Einstellungsebene «Gradationskurve». Setze im Koordinatensystem zwei Punkte unterhalb der geraden Linie, um eine Kurve erhalten, die sich zur x-Achse hinbewegt.

Du siehst den neuen Verlauf der Gradationskurve, nachdem du deine zwei Punkte ausgewählt hast.
Du siehst den neuen Verlauf der Gradationskurve, nachdem du deine zwei Punkte ausgewählt hast.

Durch die Veränderung der Kurve wird die Helligkeit und nochmals der Kontrast der Aufnahme verändert. Gefällt dir das erzielte Ergebnis noch nicht, lassen sich die gesetzten Punkte im Koordinatensystem jederzeit verändern. Nach den ersten drei Einstellungsebenen ist die Aufnahme wesentlich dunkler geworden. Diese wirkt allerdings noch nicht wie eine Nachtaufnahme.

Um dem Bild den typischen Look einer Nachtaufnahme zu verleihen, wähle als vierte und letzte Einstellungsebene in diesem Bearbeitungsschritt die Option «Fotofilter». Entferne in den Einstellungen den Haken bei «Luminanz erhalten» und wähle die Funktion «Farbe». Mit einem Klick auf das farbige Viereck, erscheint ein neues Fenster, in dem eine neue Farbe ausgewählt werden kann. Für die Optik einer Nachtaufnahme empfiehlt sich ein tiefes, kräftiges Blau. Um den Effekt zu verstärken, sollte die Dichte auf 80 bis 90 Prozent erhöht werden.

Vergleich – links ist die Aufnahme nach den vier Einstellungsebenen zu sehen und rechts die Originalaufnahme
Vergleich – links ist die Aufnahme nach den vier Einstellungsebenen zu sehen und rechts die Originalaufnahme

Der grosse Vorteil an Einstellungsebenen ist, dass sich diese jederzeit verändern lassen. Dadurch ist es möglich, den Kontrast, die Helligkeit oder auch die Sättigung im Nachhinein zu ändern.

Für einen besseren Überblick im Ebenenbedienfeld sorgt die Erstellung von Gruppen. Markiere die vier Einstellungsebenen, die für die Nachtstimmung benötigt wurden, um diese mit dem Befehl «Strg+G» bei Windows oder «ctrl+G» bei Mac zu einer Gruppe zu vereinen. Mit einem Doppelklick auf die Gruppe kannst du diese Gruppe umbenennen, beispielsweise in Nachtstimmung oder Nachteffekt.

Den Himmel nachdunkeln

In der Beispielaufnahme verfügt der Himmel über viele Wolken, wodurch dieser selbst nach der Abdunklung noch sehr hell wirkt. Mit der Pipette und einem grossen, weichen Pinsel lässt sich dies schnell beheben.

Erfasse mit der Pipette die Farbe des Himmels. Achte darauf, dass die Hintergrundebene ausgewählt wurde. Wurde der Blauton des Himmels erfasst, sollte das Pinselwerkzeug ausgewählt werden. Nehme dazu einen recht grossen Pinsel, der die Fläche des Himmels zu grossen Teilen abdeckt, um viele kleine Pinselstiche zu verhindern. Die Deckkraft und der Fluss des Pinsels sollten einen kleinen Wert haben, damit der Effekt natürlich bleibt. Klicke nun mit dem Pinsel über die gewünschten Flächen. Durch mehrmaliges Klicken, anstatt die Maustaste zu halten und zu ziehen, tupfe die Farbe über die Wolken. Durch das Tupfen entsteht eine gewisse Unregelmässigkeit, wodurch der Effekt natürlicher wirkt.

Mit diesem einfachen Tipp kannst du den Himmel ganz einfach an die Nachtstimmung des Bildes anpassen.

Vergleich – links mit abgedunkeltem Himmel und rechts ohne
Vergleich – links mit abgedunkeltem Himmel und rechts ohne

Die Strassenlaternen zum Leuchten bringen

Selbst in der Nacht leuchten in den Strassen und Gassen diverse Strassenlaternen und Leuchtreklamen. Diese gilt es, nun zum Leuchten zu bringen.

Dupliziere dazu die Hintergrundebene und füge eine Ebenenmaske hinzu. Klicke dazu auf das Maskensymbol unter dem Ebenenbedienfeld. Nach dem Erstellen der Ebenenmaske sollte diese automatisch ausgewählt sein. Färbe anschliessend mit «Strg+I» bei Windows oder «ctrl+I» bei Mac die Ebenenmaske schwarz ein. Die schwarze Einfärbung auf der Ebenenmaske macht die Kopie des Hintergrundes unsichtbar.

Lasse die Markierung auf der Ebenenmaske und wähle einen weichen Pinsel mit der Farbe Weiss. Stelle eine Deckkraft von 70 Prozent und einen Fluss von 10 Prozent ein. Mit dem weissen Pinsel kannst du verschiedene Bereiche deines Originalfotos wieder sichtbar machen. Die Originalfarben des Fotos werden an Stellen benötigt, an denen Lampen oder Laternen leuchten und dadurch Hauswände und andere Gegenstände anstrahlen.

Zeichne mit dem Pinsel vorsichtig um alle Lichtquellen, die sich auf dem Foto befinden. Eine bestimmte Stelle wird umso heller, je öfter Sdz mit dem Pinsel darüber gehen. Achte dabei auf einen natürlichen Verlauf. Mit nur wenigen Klicks wird es dir gelingen, der Nachtaufnahme Leben einzuhauchen. Solltest du zu viel des Originalfotos ans Licht gebracht haben, kannst du dies mit einem schwarzen Pinsel korrigieren.

Anschliessend wird erneut eine Einstellungsebene «Fotofilter» hinzugefügt. Mit einem Klick auf das Schnittmaskensymbol stelle sicher, dass sich die Einstellungsebene nur auf die darunterliegende Ebene und nicht auf die Hintergrundebene bezieht.

Schnittmaske

Setze diesmal einen Haken bei «Luminanz erhalten» und wähle bei Filter den «Warmfilter», da Strassenlaternen in der Regel ein warmes Licht erzeugen. Stelle die Dichte auf 50 bis 60 Prozent. Bei Leuchtmitteln in anderen Farben kannst du die Funktion «Farbe» nutzen, um die gewünschte Farbe einzustellen.

Durch die vorherigen Schritte werden zwar die Wände angestrahlt, aber das Leuchtmittel selbst leuchtet noch nicht. Um dieses zum Strahlen zu bringen, müssen die Flächen der Lampen ausgewählt werden. Die Glasscheiben altmodischer Laternen sind meist viereckig, wodurch sich das Polygon-Lasso empfiehlt. Beginne mit der Auswahl der ersten Lampe. Wechsel anschliessend in den Auswählen-und-Maskieren-Modus, um problemlos weitere Flächen in die Auswahl aufzunehmen. Wurden alle Flächen markiert, beende den Modus mit einem Klick auf «Ok».

Markiere erneut die Hintergrundebene und füge die Auswahl durch «Strg+J» bei Windows oder «ctrl+J» bei Mac als neue Ebene ein. Ziehe die neue Ebene ans Ende, wodurch die ursprüngliche Farbe deines Originalbildes wieder zum Vorschein kommt.

Mit einem Doppelklick auf die neue Ebene erscheint ein externes Fenster namens Ebenenstil. Wähle die Option «Schein nach aussen». Bei der Einstellung «Füllmethode» sollte weiches Licht eingestellt werden. Zudem sollte die Deckkraft und das Rauschen erhöht werben. Bei Farbe muss ein Farbton ausgewählt werden, der zu den angestrahlten Flächen an den Wänden passt. Variiere zusätzlich die Einstellungen «Überfüllen» und «Grösse».

ebenenstil

Nachdem die Laternen leuchten, müssen nur noch die Scheiben der Farbe des Lichtes angepasst werden. Nutze hierfür erneut eine Einstellungsebene «Fotofilter», um einen Orangeton auszuwählen.

Ergebnis2

Nach diesem letzten Schritt ist die Nachtaufnahme fertig. Das Originalbild ist kaum wiederzuerkennen und die Menschen im Hintergrundsind durch die Dunkelheit auch so gut wie verschwunden.

Viel Spass beim Ausprobieren!

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