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Mondfotografie – Kameraeinstellungen und Tipps

Mondfotografie – Kameraeinstellungen und Tipps

Der Mond als hellster und grösster Himmelskörper der Nacht wird gern als Einstieg in die Astrofotografie gewählt. Wir zeigen dir, wie du von Anfang an ein klares Bild vom wandernden Mond, der sich in rund 380’000 km Entfernung befindet, aufnimmst.

Die richtige Ausrüstung zum Fotografieren des Mondes

Eine gute Aufnahme vom Mond ist schon mit einfachem Fotoequipment möglich. Eine Halbformatkamera hat gegenüber einer Vollformatkamera sogar einen Vorteil: den Crop-Faktor. Damit ist der Bildausschnitt enger und der Mond nimmt mehr Bildfläche ein. Sogar mit den kleineren Digicams und Systemkameras sind gute Aufnahmen möglich, wenn der Zoom leistungsstark genug ist.

Wichtig für detailreiche Aufnahmen über so eine riesige Entfernung ist vor allem ein Stativ. Knapp über dem Untergrund steht die Ausrüstung am stabilsten. Arbeite deshalb möglichst bodennah, auch wenn es nicht sehr komfortabel ist. Um Verwacklungen weiter zu reduzieren, empfiehlt sich der Einsatz eines Fernauslösers oder die Einstellung des Selbstauslösers mit 2 Sekunden Verzögerung.

Während für Sternfotografie ein Weitwinkelobjektiv genutzt wird, um möglichst viele Sterne einzufangen, ist für Mondfotografie ein Teleobjektiv besser geeignet. Damit der Mond möglichst gross auf dem Bild erscheint, musst du so weit wie möglich heranzoomen können. Die Brennweite sollte mindestens 200 mm betragen.

Die richtigen Einstellungen für Mondbilder

Der Mond ist ein kleiner heller Punkt im grossen schwarzen Nachthimmel, dadurch werden Auto-Funktionen nur schlecht arbeiten können. Ausser dem Fokus wird alles manuell eingestellt.

Prüfe zunächst, dass der Bildstabilisator ausgeschaltet ist. Seine Arbeit wird vom Stativ übernommen. Vergewissere dich, dass der Blitz aus ist. Wenn du mit einer DSLR arbeitest, solltest du zusätzlich die Spiegelvorauslösung einschalten. Damit löst die Kamera leicht verzögert aus und Verwacklungen werden vermieden.

Suche nun den Mond mit dem Sucher oder mit Live-View und platziere ihn in die Mitte des Ausschnitts. Die Belichtungsmessung kannst du manuell oder mit der Spot-Messung vornehmen. Die Werte der Spot-Messung kannst du in den manuellen Modus übertragen, um den Bildausschnitt später einfach zu variieren. Bei Brennweiten grösser als 200 mm müssen die Verschlusszeiten sehr klein gehalten werden, weil schon die kleinsten Erschütterungen zu Unschärfen im Motiv führen.

Da der Mond wandert, sind lange Belichtungs- und Verschlusszeiten nicht möglich. Die Belichtungszeit sollte in einem Bereich von 1/20-1/60 bleiben. Die Iso-Werte sollten möglichst klein gehalten werden. Beginne mit einem Wert von 100 und taste dich ran. Die Balance zwischen Belichtung und ISO ist entscheidend. Da der Mond recht schnell wandert, kann Bewegungsunschärfe entstehen. Verkürze dann die Belichtungszeit und erhöhe den ISO-Wert.

Blende wenn möglich zwei Stufen ab. Weist dein Objektiv die Offenblende f/2.8 auf, schliesse die Blende auf f/4 oder f/5.6. Bei diesen Einstellungen erreichen die Objektive meist ihre besten Abbildungsqualitäten und die Mondoberfläche bildet sich detailreich ab.

Die Mondphasen ablichten

Bei Mondfotografie denken viele Menschen zuerst an den Vollmond. Doch ähnlich wie in der Portraitfotografie entstehen die spannendsten Bilder nicht frontal in voller Belichtung, sondern wenn das Licht von der Seite kommt. So erkennt man auch beim Mond viel besser das Relief und seine Krater, wenn er seitlich angestrahlt wird. Nehme dich bei der Planung deiner Aufnahmen einen Mondkalender. Die Nacht sollte zudem sehr klar sein. Je höher der Mond steht, desto weniger beeinträchtigen die Luftschichten die Bildqualität.

Tipp: Die schönsten Strukturen erkennt man, wenn der Mond circa 6 Tage alt ist, also 6 Tage nach Vollmond.

Quelle: ©René Gropp – www.renegropp.de
Quelle: ©René Gropp – www.renegropp.de

Der richtige Ort für Mondaufnahmen

Entscheidend für die Mondfotografie ist ein möglichst starker Kontrast zwischen dem hellen Mond und dem schwarzen Nachthimmel. Versuche deshalb, deine Aufnahmen an einem Ort mit möglichst wenig Umgebungslicht zu machen. Fahre aus der Stadt und suchen dir eine freie, erhöhte Fläche. Im Internet findenst du Lichtverschmutzungskarten für ganz Europa, die dir helfen können, einen geeigneten Ort in der Nähe zu finden.

Die Nachbearbeitung der Mondaufnahmen

Auch wenn die Dateien gross sind und lange Bearbeitungszeiten mit sich bringen, lohnt es sich solche detailreichen Aufnahmen im RAW-Format zu fotografieren. Mit Software wie Photoshop oder Lightroom kannst du die Mondkrater und Schatten mit den Einstellungen Schärfe, Weissabgleich, Tonwert und Schatten gut rausarbeiten. Hast du einen tiefstehenden Mond erwischt, kann er sogar gelb oder rot eingefärbt sein. Diese Färbungen kannst du am Computer nachträglich betonen, um so besonders interessante Aufnahmen des Mondes zu erhalten.

Du kannst auch mehrere Aufnahmen nacheinander machen und diese dann mit Hilfe von Software «stacken», also mehrere Bilder schichten. Dabei werden die ähnlichen Fotos übereinandergelegt und Details und Kontraste scharf herausgearbeitet.

Mondaufgang-über-einer-Bergkette

Möchtest du den Mond nah am Horizont mit Bäumen, Dächern oder Türmen gemeinsam in Szene setzten, empfiehlt es sich, mindestens zwei Bilder aufzunehmen: einmal mit der Szenerie im Fokus und dann mit der Mondoberfläche im Fokus. Füge diese Bilder am Computer zusammen, entstehen so spannende Bildkompositionen.

Wie so oft in der Fotografie: Probiere es aus. Die verschiedenen Mondphasen, Aufnahmeorte und Variationen des Equipments schaffen ganz unterschiedliche Aufnahmen des Himmelskörpers.

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