Landschaften fotografieren für Einsteiger

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Monumentale Berge, ein tiefblauer See, oder malerische Wälder –die einzigartigen Stimmungen von Landschaften faszinieren und wir möchten sie bildhaft festhalten. Dabei muss vor allem auf viele äussere Faktoren, wie etwa das Lichtverhältnis oder die Wetterlage geachtet werden. Wir geben Ihnen Tipps und Ideen für perfekte Landschaftsaufnahmen.

Die blaue Stunde

In der Fotografie geht es immer um den richtigen Zeitpunkt, in der Landschaftsfotografie vielmehr um den richtigen Zeitraum. Eine besondere, fast magische Lichtstimmung lässt sich zum Beispiel in der blauen Stunde festhalten, wenn sich der Himmel in den frühen Morgenstunden kurz vor Sonnenaufgang und abends kurz nach Sonnenuntergang in ein tiefblaues Licht färbt.

Die goldene Stunde

In der goldenen Stunde, d.h. in der Stunde nach dem Sonnenaufgang und in der Stunde vor dem Sonnenuntergang, spendet die tief stehende Sonne ein warm schimmerndes Licht und lässt lange Schatten entstehen, die Landschaftsfotos Struktur und Tiefe verleihen. In diesem schönen goldenen Licht wirken Landschaftsaufnahmen besonders zauberhaft.

Kleinere Blende - stärkerer Sterneffekt

Sternförmige Lichter, sogenannte Blendensterne, können als optisches Highlight in Landschaftsfotos eingesetzt werden. Blendensterne kommen zustande durch den Beugungseffekt, den Lichtstrahlen, die auf eine kreisrunde Blende treffen, erzeugen. Es gilt: Die Stärke des Beugungseffekts ist abhängig von der Blendengrösse, denn je kleiner die Blendenöffnung, desto grösser ist der Anteil des Lichts, der von der Beugung am Rand der Blende betroffen ist. Die Blendensterne werden also grösser, wenn man abblendet.

Perspektive verändern

Die Wahl der richtigen Perspektive beeinflusst die Wirkung von Landschaftsfotos massgeblich. So können etwa Gräser oder Wurzeln, die sich im Nahbereich der Kamera befinden, ein reizvolles Motiv sein, wenn sie aus der Frosch-Perspektive fotografiert werden. Weitläufige Felder oder der verworrene Weg eines Flusses sind hingegen ideale Motive für die Vogel-Perspektive.

Spiegelnde Fläche nutzen

Ein malerisches Fotomotiv liefern Landschaften wie Berge oder Wälder, die auf glasklaren Wasseroberflächen widergespiegelt werden. Für einen faszinierenden Foto-Effekt sorgt ein halb gedrehter Polarisationsfilter, der die Reflexionen aus einem Teil des Bildes reduziert. Auf diese Weise treten Dinge, die sich unter der Wasseroberfläche befinden, deutlicher hervor.

Vordergrund suchen - für mehr Tiefe im Bild

Für gelungene Landschaftsfotografien empfiehlt es sich, stets einen Vorder- und einen Hintergrund für die Bildkomposition auszuwählen. So wird der Aufnahme die benötigte Tiefe verliehen. Solange er noch deutlich vor dem am weitesten entfernten Bereich des Bildes liegt, muss der Vordergrund dabei nicht zwingend im Nahbereich der Kamera liegen.

Wellen fotografieren

Wellen verleihen dem Landschaftsfoto eine gewisse Dynamik und sorgen so für abwechslungsreiche Landschaftsaufnahmen. Besonders weich wirken Wellenmotive dann, wenn die Belichtungszeit mehrere Sekunden beträgt, so dass die Bewegung des Wassers verschwimmt.

Details suchen – mit der Tiefenschärfe spielen

In der Landschaftsfotografie wird häufig eine hohe Tiefenschärfe, also eine geschlossene Blende verwendet, um Vorder- sowie Hintergrund möglichst scharf abbilden zu können. Doch gerade in der Natur finden sich oft markante Motive, die durch einen unscharfen Hintergrund, also eine geringe Tiefenschärfe, in den Mittelpunkt gerückt werden können.

Zeit nehmen - Position suchen

Gelungene Landschaftsaufnahmen erfordern häufig das Warten auf den richtigen Zeitpunkt, denn viele Szenerien wirken erst im richtigen Lichtverhältnis stimmungsvoll, etwa zum Zeitpunkt der aufgehenden Sonne. Landschaftsfotos erzielen auch meist erst dann die richtige Wirkung, wenn sie von einer erhöhten Position aufgenommen werden, etwa von einem Hügel oder vom Dach des Autos.

Mit manuellen Einstellungen fotografieren und kontrollieren

Wer im manuellen Modus arbeitet, muss sich selbst die Belichtungszeit, den ISO-Wert und die Blende einstellen. Das erfordert zwar etwas Übung, aber auch mehr kreativen Freiraum bei der Bildgestaltung. Ein wenig zu experimentieren bietet sich an, um die optimale Einstellung zu finden.

Optional ein Stativ benutzen

Ein Stativ sorgt für die exakte Ausrichtung und den stabilen Stand der Kamera. Auf diese Weise können verwackelte Aufnahmen vermieden werden. Nahezu unerlässlich ist das Stativ, wenn hohe Belichtungszeiten benötigt werden. Dies ist vor allem beim Fotografieren während des Sonnenaufgangs oder des Sonnenuntergangs der Fall. Auch hohe Tiefenschärfen erfordern lange Belichtungszeiten.

Weitwinkel benutzen

Wie es der Name schon vermuten lässt, erlauben es Weitwinkelobjektive, Aufnahmen von einem möglichst grossen Teil der Landschaft einzufangen. Weitwinkel-Objektive zeichnen sich durch niedrige Brennweiten aus. Jedoch besteht bei allzu kleinen Brennweiten das Risiko, dass die Bildränder verzerrt erscheinen. Die ideale Brennweite für Landschaftsfotos im Weitwinkelbereich liegt zwischen 10 und 35 mm.

Spiel mit Licht und Schatten

Landschaften, zum Beispiel Wälder, können durch die Kombination von Licht und Schatten zu schönen Bildkompositionen gestaltet werden. Auch das Gegenlicht kann als kreatives Stilmittel kontrastreiche Aufnahmen bewirken.

Den ISO-Wert möglichst klein halten

Auch für Landschaftsaufnahmen gilt die Regel: Je grösser der ISO-Wert, desto lichtempfindlicher ist der Sensor der Kamera. Durch die Erhöhung des ISO Werts wird in der Kamera das einfallende Licht noch elektronisch verstärkt, was zu einem verstärkten Bildrauschen und zum Verlust von Details in der Aufnahme führt.

Den besten Bildausschnitt wählen

Die Wahl des richtigen Bildausschnitts kann beeinflussen, ob ein Landschaftsbild spannend oder langweilig wirkt. Durch ein Hauptmotiv wird dem Foto Ausdruck verliehen und das Auge auf einen bestimmten Punkt fixiert. Im Idealfall steht es etwas links oder rechts in der Aufnahme. Eine Landschaftsaufnahme kann auch dann interessanter wirken, wenn der Horizont nicht direkt in der Bildmitte platziert ist.

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