• Private Drohnenfotografie in der Schweiz

    Private Drohnenfotografie in der Schweiz

    Waren Luftaufnahmen bis vor wenigen Jahren noch sehr teuer und vornehmlich professionellen Fotografen und Fotogarfinnen vorbehalten, stellen Drohnen heute auch im Hobby- oder Amateurbereich eine kostengĂŒnstige Möglichkeit dar, Aufnahmen aus der Luft zu machen.

    Die Technik hat sich dabei in den letzten Jahren rasant entwickelt. Durch eine vergrösserte Reichweite und mittels Videobrillen können Drohnen auch dann noch gesteuert werden, wenn kein Sichtkontakt mehr besteht. Damit sind Aufnahmen von schwer zugĂ€nglichen Orten möglich, die sonst fĂŒr die normale Fotografie nicht erreichbar wĂ€ren. Mittlerweile können Bilder auch per Live-Stream direkt ins Internet ĂŒbertragen werden. Die Anwendungsmöglichkeiten scheinen unbegrenzt.

    Allerdings stehen der technischen Machbarkeit gesetzliche Regelungen entgegen, die den Einsatz von Drohnen beschrÀnken. Wenn du deine Drohne zum Filmen und Fotografieren einsetzen möchtest, solltest du auf die nachfolgenden gesetzlichen Bestimmungen achten.

    Rechtliche Grundlagen zum Betrieb von Drohnen in der Schweiz

    UnabhÀngig davon, ob eine Drohne mit einer Kamera ausgestattet ist, unterliegt der Gebrauch gesetzlichen Vorschriften, die es in jedem Fall zu befolgen gilt. Seit dem Januar 2023 gilt nun auch in der Schweiz die offizielle EU-Drohnenverordnung bzw. die EU-Drohnenregulierung. Wir haben das Wichtigste zusammengefasst:

    Die Registrierungspflicht von Drohnen

    Wer eine Drohne fliegen möchte, muss sich online beim LBA (Luftfahrt Bundesamt) registrieren und erhĂ€lt eine Registrierungsnummer (e-ID). Dies gilt auch fĂŒr Hobbydrohnen. Dabei muss die elektronische ID sichtbar an der Drohne angebracht werden. Je nach Drohnen-Klasse muss diese Nummer zusĂ€tzlich noch in der Drohnensoftware eingetragen sein. Drohnen die weniger als 250 g wiegen und keine Kamera sowie Sensoren zur Erfassung von persönlichen Daten haben, mĂŒssen nicht registriert werden.

    Ausserdem mĂŒssen alle Piloten und Pilotinnen von Drohnen, die mehr als 250 g wiegen, einen Onlinetest absolvieren. Dieser stellt sicher, dass man ĂŒber das nötige Grundwissen verfĂŒgt. Dabei werden bisherige Schulungen oder Nachweise in der Schweiz nicht angerechnet. Anders sieht es mit Zertifikaten aus EU-LĂ€ndern aus, diese sind in der Schweiz gĂŒltig. Ebenso ist ein in der Schweiz erworbenes Zertifikat in EU-LĂ€ndern gĂŒltig.

    Kategorien und Klassen fĂŒr Drohnen

    Um Drohnen besser zu kategorisieren, sieht der Verordnung drei Anwendungsszenarien vor, fĂŒr die es unterschiedliche Auflagen gibt. FĂŒr die meisten Hobbypiloten und -pilotinnen ist die „Offene“ Kategorie relevant, da Drohnen und FlĂŒge mit einem geringen Risiko dort eingestuft werden. Daneben gibt es noch die „Spezielle“ sowie wie „Zulassungspflichtige“ Kategorie.

    Wir schauen uns nachfolgend einmal die Kategorie „Offen“ nĂ€her an:

    • Die maximale Flughöhe betrĂ€gt 120 Meter ĂŒber dem Grund.
    • Die Drohne muss im direkten Sichtkontakt betrieben werden.
    • Es gilt ein Mindestalter von 16 Jahren.
    • FĂŒr alle Drohnen ist eine Drohnen-Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben.
    • Die Registrierungspflicht muss beachtet werden.
    • Die PrivatsphĂ€re von Personen muss beachtet werden.
    • Personen dĂŒrfen ohne Erlaubnis nicht aufgenommen werden.

    ZusĂ€tzlich zur Hauptkategorie gibt es noch die Unterklassen, nach denen sich die Betriebsmöglichkeiten einer Drohne bestimmen lassen. Dies betrifft vor allem die Hersteller von Drohnen, da diese ihre GerĂ€te zertifizieren und entsprechend kennzeichnen mĂŒssen.

    • C0: bis 250 Gramm -> Betriebsklasse A1
    • C1: 251 bis 899 Gramm -> Betriebsklasse A1
    • C2: 900 bis 3999 Gramm -> Betriebsklasse A2
    • C3 und C4: 4–25 Kilogramm -> Betriebsklasse A3

    Im Groben unterscheiden sich die verschiedenen Betriebsklassen darin, wie nahe man an Personen heran fliegen darf. Damit sind vor allem Personen gemeint, die nicht ĂŒber den Flug informiert wurden und nicht ihr EinverstĂ€ndnis erteilt haben. Generell darf in der „Offenen“ Kategorie nicht ĂŒber Menschenansammlungen geflogen werden, unabhĂ€ngig von der Unterklasse. Laut der EU-Verordnung betrifft das „eine Vielzahl von Menschen, die so dicht gedrĂ€ngt stehen, dass es einer einzelnen Person nahezu unmöglich ist, sich aus dieser Menge zu entfernen.“

    Die Kategorie „Speziell“ ist fĂŒr Drohnen-EinsĂ€tze gedacht, die beispielsweise die Flughöhe von 120 Metern ĂŒberschreiten oder ausserhalb der Sichtweite fliegen. Solche FlĂŒge bedĂŒrfen individueller Ausnahmegenehmigungen, die man via PDRA (Pre-Defined-Risk-Analysis) beantragen kann. Ebenso gibt es in dieser Kategorie eine Vielzahl an Standard-Szenarien (STS), fĂŒr die es keiner Ausnahmegenehmigung bedarf aber eines DrohnenfĂŒhrerscheines.

    Drohnen-FlĂŒge in der Kategorie „Zulassungspflichtig“ sind fĂŒr Spezialanwendungen in der Industrie oder im Transportwesen gedacht. Diese bedĂŒrfen spezieller Zertifizierungsprozesse sowie Lizenzen und unterliegen bestimmten Auflagen.

    Umgang mit Bestandsdrohnen ohne Klassifizierung

    Hat deine Drohne keine Klassifizierung, da es sich beispielsweise um ein Ă€lteres Modell handelt, können sie nach den Regeln der Übergangskategorie geflogen werden. Diese werden ĂŒber die Zeit restriktiver:

    Bis Dezember 2023 gilt:

    • Drohnen bis 500 g können in der Betriebsklasse A1 geflogen werden.
    • Drohnen bis 2 kg können in der Betriebsklasse A2 geflogen werden.
    • Drohnen bis 25 kg können in der Betriebsklasse A3 geflogen werden.

    Ab Januar 2024 gilt:

    • Drohnen bis 250 g können in der Betriebsklasse A1 geflogen werden.
    • Drohnen bis 25 kg können in der Betriebsklasse A2 geflogen werden.

    Wo darf eine Drohne geflogen werden?

    Da es in der Schweiz Gebiete gibt, in denen das Fliegen von Drohnen untersagt bzw. nur eingeschrĂ€nkt möglich ist, solltest du dich vor deinem Drohnenflug ausfĂŒhrlich informieren. Wie oben schon erwĂ€hnt, ist das Überfliegen von Menschenansammlungen generell untersagt.

    Ebenso darf innerhalb einer Sperrzone oder temporĂ€ren FlugbeschrĂ€nkung nach der DABS (Daily Airspace Bulletin Switzerland) nicht geflogen werden. Welche Gebiete dies betrifft, findest du tagesaktuell hier. DarĂŒber hinaus gibt es noch nationale sowie kantonale GebietseinschrĂ€nkungen. Welche Gebiete dies genau betrifft, findest du hier auf dieser Karte. Diese umfassen u.a. einen 5 km Radius rund um zivile oder militĂ€rische FlugplĂ€tze, bestimmte Naturschutzgebiete, Kernkraftwerke, militĂ€rische Gebiete sowie gewisse Infrastruktur der Energie- und Gasversorgung.

    Rechtliche Grundlagen zum Betrieb von Drohnen in der Schweiz

    Rechtliche Grundlagen zum Erstellen von Bild- und Videoaufnahmen

    Neben den rechtlichen Regulierungen von DrohnenflĂŒgen ist auch auf das Datenschutzgesetz zu achten, insbesondere, wenn du mit deiner Drohne Bild- oder Videoaufnahmen anfertigst. Mit diesem Gesetz sollen die Persönlichkeits- und Grundrechte von Personen geschĂŒtzt werden. Generell dĂŒrfen ohne Einwilligung keine Personen fotografiert oder gefilmt werden, sofern diese auf den Aufnahmen eindeutig erkennbar sind. Es gelten folgende allgemeine DatenschutzgrundsĂ€tze:

    Rechtfertigungsgrund

    Luftaufnahmen mittels einer Drohne dĂŒrfen nur dann gemacht werden, wenn dafĂŒr ein Rechtfertigungsgrund vorliegt. Dieser ist laut Art. 13 DSG (Bundesgesetz ĂŒber den Datenschutz) gegeben, wenn die Einwilligung der aufgenommenen Personen vorliegt oder ein privates sowie öffentliches Interesse besteht. Dabei ist es schwierig zu bestimmen, wann ein privates Interesse vorliegt. Ein fĂŒr den persönlichen Gebrauch gemachtes Video stellt aber keinen ausreichenden Rechtfertigungsgrund dar. Um sicher zu gehen, solltest du in jedem Fall die Einwilligung der aufgenommenen Personen einholen.

    Transparenzprinzip

    Wird eine Drohne fĂŒr Videoaufnahmen eingesetzt, beispielsweise bei Vermessungen oder VideoĂŒberwachungen, mĂŒssen potenziell beteiligte Personen ĂŒber die Videoaufnahme informiert werden. Dies kann durch ein Hinweisschild oder eine sichtbare Kamera geschehen. In manchen FĂ€llen ist es notwendig, Personen direkt ĂŒber den Drohneneinsatz aufmerksam zu machen.

    VerhÀltnismÀssigkeits- & Zweckbindungsprinzip

    Wenn Foto- oder Videoaufnahmen mit Hilfe einer Drohne gemacht werden, muss die BeeintrĂ€chtigung der PrivatsphĂ€re der gefilmten Personen in einem vernĂŒnftigen VerhĂ€ltnis zum Zweck stehen. Ebenso dĂŒrfen die Aufnahmen nur fĂŒr den ursprĂŒnglichen Zweck verwendet werden. Wenn du beispielsweise die Bewilligung zur Aufnahme einer Hochzeitsgesellschaft hast, darf auch nur diese Gesellschaft aufgenommen werden. Andere Personen dĂŒrfen ohne Einwilligung nicht auf den Bildern zu sehen sein.

    Beim Einsatz von Drohnen im Privatbereich solltest du bei Foto- und Videoaufnahmen also unbedingt auf die Wahrung der Persönlichkeitsrechte achten. Als Faustregel gilt: Ohne Einwilligung dĂŒrfen Personen nicht gefilmt oder fotografiert werden.

    NĂŒtzliche und weiterfĂŒhrende Links:

    Drohnenguide vom Bundesamt fĂŒr Zivilluftfahrt BAZL

    DABS Karte

    Drohnenkarte

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