Praktische Equipment-Tipps für Einsteiger und Fortgeschrittene

Das richtige Licht für die Porträt-Fotografie

Praktische Equipment-Tipps für Einsteiger und Fortgeschrittene

Das Angebot an Fotografie-Hilfsmitteln scheint gefühlt unendlich groß. Dabei ist für gute Porträts (und nicht nur dafür) zunächst gar kein riesiges Equipment-Arsenal nötig.

Trotzdem lassen sich gerade Amateure zu Beginn oft von scheinbar wundersamen technischen Hilfsmitteln blenden und schleppen viel zu viel Zeugs am Set herum, weiß Roland Voraberger vom Fotografenduo Linse2. Dabei zaubert natürliches Sonnenlicht allein oder in Ergänzung mit einem Reflektor wundervolle Bilder, so der Profi-Fotograf.

Bei Porträts gegen die Sonne erzielen Sie allein schon mit einem Reflektor durch das gleichmäßig ausgeleuchtete Gesicht vor dem eher ausgebrannten Hintergrund einen besonderen Reiz.

Available Light für Porträt-Fotografie nutzen

Die „Available Light“-Fotografie hat für Amateure den Vorteil, dass man nicht von den ungefähr tausend Möglichkeiten der Lichtgestaltung überfordert wird. Zudem werden die Kreativität und das fotografische Auge geschult und man lernt, das Licht besser zu einzuschätzen. Man arbeitet einfach mit dem, was da ist: „Die hohe Kunst der Fotografie ist, Licht lesen zu lernen. Woher kommt es und wie kann ich es gezielt lenken oder einsetzen“, erklärt Voraberger. Im Schatten ist das Licht zum Beispiel angenehm weich und gleichmäßig und das ergibt Highlights, Schattenwürfe, weiche Ausleuchtung und tolle Hintergründe.

Da es beim Licht kein Richtig oder Falsch gibt, kommt es ganz auf Ihre Vorlieben an. „Richtig ist, was gefällt“, findet auch Roland. Einteilen kann man das Licht grundsätzlich in Quantität (wie viel?) und Qualität (weich/hart). „Porträtaufnahme in Mittagssonne“ bedeutet: viel hartes Licht. Ein Shooting vor Sonnenuntergang jedoch heißt weniger und dafür (wundervoll) zartes Licht.

Günstige Hilfsmittel zum Fotografieren von Porträts

Günstige Hilfsmittel zum Fotografieren von Porträts

Ein paar Hilfsmittel sollten beim Shooting dennoch nicht fehlen: „Wirklich sinnvoll und nicht schwer zu schleppen ist ein guter Aufsteckblitz“, rät der Profi-Fotograf. „Wenn kein Licht da ist, hat man so immer seine kleine Sonne im Rucksack. Ist die Sonne sehr hart, kann ich mit dem Blitz etwas aufhellen. Im Innenraum kann ich indirekt über die Decke blitzen und sorge für weicheres ungerichtetes Licht. Aber Vorsicht: Blitz man direkt auf Personen, ergibt sich durch die kleine Lichtfläche ein sehr hartes und gerichtetes Licht.“

Sehr nützlich und günstig ist zudem der Einsatz von Faltreflektoren. Ein paar helfende Hände vorausgesetzt, kann man das Sonnenlicht effektiv einsetzen, um harte Schatten im Gesicht zu vermeiden. Ein Stativ ist eher ein Kann, aber auf keinen Fall ein Muss, hilft aber auf alle Fälle, will man etwa einen Reflektor ohne fremde Hilfe in Position bringen oder entfesselt blitzen.

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Porträts im Studio aufnehmen

Für Innenaufnahmen, zum Beispiel im Studio, bieten sich Studiolichter, Lichtformer sowie Funkauslöser an, wobei auch hier gilt: Weniger ist mehr. Man sollte sich vorher überlegen was das gewünschte Ergebnis ist. Will man ein Bild mit viel Schwarzwert (Low Key) oder genau das, Gegenteil davon (High Key)? Wenn man sich dessen bewusst ist, gilt auch hier wie immer „Soviel wie nötig, sowenig wie möglich“.

Man kann Stunden damit verbringen, alles perfekt auszuleuchten. Jede zusätzliche Lichtquelle birgt aber auch Frustpotential, wenn man nicht ganz sicher im Umgang damit ist.

Beispiel für Lichtspiel bei Porträt-Aufnahmen:

Häufig beginnt man mit einem Hauptlicht für das Modell (Blitzlicht oder Dauerlicht). Um Wangenschatten zu beseitigen, verwendet man oftmals ein Aufhelllicht oder einen Reflektor. Wenn man Konturen oder dunkle Haare vor dunklem Hintergrund hervorheben möchte, wird oft noch ein Streiflicht/Akzentlicht von hinten eingesetzt. Bei High-Key braucht man neben einer großen „Softbox“ für extrem weiche Ausleuchtung noch zusätzliches Licht für das Aufhellen des Hintergrundes.

Kurzum, nach oben hin sind die Möglichkeiten schier unbegrenzt. Die Kosten leider auch. Daher ist es zu Beginn ratsam, sich für die ersten fotografischen Gehversuche nach budgetfreundlicheren Lichtquellen umzusehen, besonders, wenn man drinnen fotografiert und die Sonne nicht als Lichtquelle nützen kann (obwohl jedes Fenster durch einfallendes Tageslicht zu einer Softbox wird).

Geld sparen bei der Verwendung von Licht

Für Amateure mit kleinem Budget reichen für den Beginn auch einfache Baustrahler oder andere Lichtquellen, die dauerhaft leuchten und so für den Laien besser abschätzbar sind. Die Betonung liegt hier auf „Dauerlicht“. Häufig haben solche Lichtquellen einen kühlen Grundcharakter (ins Bläuliche kippend), was zu Farbverschiebungen auf den Fotos führen kann. Dies gilt auch für Baustrahler, welche eher zu warmem, rötlichem Licht tendieren. Roland rät: „Den Weißabgleich unbedingt auf „Kunstlicht“ stellen, wenn man im JPG-Modus fotografiert.“

Transporttaschen für Lichtquellen

„Eine Sache, bei der oftmals am falschen Ende gespart wird, sind geeignete Transporttaschen“, bemerkt Roland. Dabei gebe es für Lichtquellen vom Rollentrolley bis zum Koffer vielfältige Möglichkeiten für Aufbewahrung und Transport. Fotorucksäcke sind sehr praktisch: Man hat die Last am Rücken und die Hände frei, um zu fotografieren.

Für gute Porträts rät Roland, unabhängig vom eingesetzten Equipment: „Einfühlungsvermögen und ein bewusster Umgang mit den zur Verfügung stehenden Mitteln sind der effizienteste Weg zum Ziel“.

Über Linse2

Roland Vorarberger bildet gemeinsam mit seiner Partnerin Daniela Pöll das österreichische Fotografen-Du Linse2, das vor allem Hochzeiten ins richtige Bild setzt.

Link: Linse2

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