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Photoshop: Objekte freistellen in drei Wegen

Photoshop: Objekte freistellen in drei Wegen

Mit Hilfe von Bildbearbeitungssoftware sind heutzutage vielerlei Bildkonstruktionen möglich. So lassen sich beispielsweise einzelne Bildbestandteile aus unterschiedlichen Bildern in einem einzigen Bild zusammenfügen. Damit das gesamte Bild jedoch einen glaubhaften Eindruck erweckt, müssen die Bestandteile zunächst von ihrem jeweiligen Hintergrund befreit werden – die Rede ist dann vom sogenannten Freistellen.

Freistellen ist eine besonders anspruchsvolle Photoshop-Disziplin, mit der sich auch fortgeschrittene Fotografen häufig schwertun. Erfahre in diesem Artikel, welche verschiedenen Ansätze des Freistellens es gibt, welche sich für bestimmte Situationen am besten eignen und übe selbst im Freistellen mit Hilfe unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Auswahl geeigneter Freistellungswerkzeuge bei Photoshop

Im Folgenden soll anhand drei verschiedener Photoshop-Werkzeuge gezeigt werden, wie eine erfolgreiche Freistellung gelingt. Die drei Werkzeuge «Zauberstab», «Farbbereichsauswahl» und «Schnellauswahl» unterscheiden sich dabei nicht nur in der Vorgehensweise, sondern auch hinsichtlich ihres optimalen Einsatzfeldes. Ausgangspunkt für die nachfolgenden Ausführungen bildet die Photoshop-Version CS6. Einige Werkzeuge könnten in älteren Versionen möglicherweise noch nicht verfügbar sein.

Möchtest du Fotos bearbeiten, bei denen sich das freizustellende Motiv farblich stark von einem eher einheitlichen Hintergrund absetzt, solltest du zum Zauberstabwerkzeug greifen.

Bei Fotos mit stark abgetrennten und farblich jeweils gleichmässig verlaufenden Farbbereichen bietet sich der Einsatz der Farbbereichsauswahl an. Diese stellt zwar strenggenommen kein Photoshop-Werkzeug im engeren Sinne dar (da nicht in der Werkzeugleiste anwählbar), lässt sich jedoch leicht anwenden und führt bei der Freistellung simpler Bildmotive bereits zum Erfolg.

Für gelungene Fotos kommst du nicht um den Einsatz des Schnellauswahlwerkzeugs oder des Zeichenstifts umhin. Mit entsprechender Geduld lassen sich mit diesen Werkzeugen auch bei anspruchsvollen Motiven gute Ergebnisse erzielen.

Zauberstabwerkzeug – Freistellen bei einheitlichem Hintergrund

Öffne zum Freistellen zunächst ein beliebiges Bild in Photoshop. In diesem Beispiel soll die Sonnenblume mit Hilfe des Zauberstabwerkzeugs freigestellt werden.

Unser Beispielbild: Eine Sonnenblume vor hellem Hintergrund. Die Auswahl ist anhand der gestrichelten Linien um den Rand der Blume zu erkennen
Unser Beispielbild: Eine Sonnenblume vor hellem Hintergrund. Die Auswahl ist anhand der gestrichelten Linien um den Rand der Blume zu erkennen

Problematisch bei der Verwendung des Zauberstabwerkzeugs ist der Umstand, dass es sich meist nur für die Freistellung von einfachen und einheitlichen Bildmotiven eignet. In unserem Beispiel ist die Sonnenblume jedoch nicht einheitlich gelb, sondern weist im Bereich der Röhrenblüten (der Bereich in der Mitte der Blume) zusätzlich einen braunen auf. Dieses Problem lässt sich recht einfach mit der mehrfachen Anwendung des Zauberstabwerkzeugs lösen.

Wähle das Zauberstabwerkzeug aus und halte bei mehrfacher Anwendung «Shift» gedrückt. So kannst du mit dem Zauberstab gleich mehrere Farbbereiche in die Auswahl mit einbeziehen. Dies ist vor allem dann praktisch, wenn dein Motiv aus mehreren Farben besteht. Damit du nicht zu viel Zeit mit der Auswahl deines Motivs verbringst, solltest du auch darauf achten, dass der Aufnahmebereich des Werkzeugs gross genug gewählt ist.

Sobald du mit deiner Auswahl zufrieden bist, kannst du zum nächsten Schritt übergehen. Dafür wähle in der Kopfzeile den Dialog «Kante verbessern» aus. Anschliessend wird das Motiv freigestellt und es öffnet sich ein Fenster, indem die vorgenommene Auswahl noch einmal verbessert werden kann. So können die Kanten beispielsweise abgerundet, weicher dargestellt oder auch nachträglich verschoben werden.

Für die Option «Weiche Kante» wählen wir einen neuen Wert, damit die Sonnenblume nicht allzu künstlich beschnitten aussieht.
Für die Option «Weiche Kante» wählen wir einen neuen Wert, damit die Sonnenblume nicht allzu künstlich beschnitten aussieht.

Übernehme die Einstellung und klicke auf «OK». Daraufhin kehrt die Auswahl wieder zurück, welche im nächsten Schritt kopiert und in ein neues Bild eingefügt werden kann.

Übernehme die Einstellung und klicke auf «OK». Daraufhin kehrt die Auswahl wieder zurück, welche im nächsten Schritt kopiert und in ein neues Bild eingefügt werden kann.
Übernehme die Einstellung und klicke auf «OK». Daraufhin kehrt die Auswahl wieder zurück, welche im nächsten Schritt kopiert und in ein neues Bild eingefügt werden kann.

Farbbereichsauswahl – Freistellen bei starkem Kontrast des Motivs zum Hintergrund

Öffne hier ein Foto deiner Wahl, welches Farbbereiche enthält, die deutlich voneinander abgegrenzt sind. Anschliessend wähle den Menüpunkt «Auswahl» und dann «Farbbereich».

Auswahl -> Farbbereich
Auswahl -> Farbbereich

Es öffnet sich ein weiteres Fenster mit dem Titel Farbbereich. Für das weitere Vorgehen musst du zunächst den Bereich auswählen, den du gerne freistellen willst. In unserem gewählten Beispiel ist das die Silhouette des Waldes. Da dieser Bereich gleichmässig schwarz ist, genügt ein einfacher Linksklick mit der Pipette. Für die Auswahl mehrerer Farbbereiche kannst du auch hier wieder «Shift» gedrückt halten.

Je nachdem, welchen Bereich du auswählst, ändert sich auch die Darstellung des Farbbereich-Fensters. Die Farbe Weiss steht hierbei für den ausgewählten Bereich. Nehme solange Änderungen an dem Wert «Toleranz» vor, bis dein gewähltes Motiv vollständig weiss erscheint.

Bei der Farbbereichsauswahl wähle mit Hilfe der Pipette zunächst den freizustellenden Bildbereich aus. Anschliessend passe im Fenster Farbbereich den Toleranzwert für dein Motiv an.
Bei der Farbbereichsauswahl wähle mit Hilfe der Pipette zunächst den freizustellenden Bildbereich aus. Anschliessend passe im Fenster Farbbereich den Toleranzwert für dein Motiv an.

Sobald du die nötigen Änderungen vorgenommen hast, bestätige mit OK und gelange zurück zu deiner Auswahl. Diese kannst du nun kopieren und in ein neues Bild einfügen.

Das Ergebnis: Die freigestellte Waldsilhouette auf transparentem Hintergrund
Das Ergebnis: Die freigestellte Waldsilhouette auf transparentem Hintergrund

Schnellauswahlwerkzeug – Freistellen mit mehr Präzision

Öffne ein Foto deiner Wahl in Photoshop und wähle das Werkzeug «Schnellauswahl» aus. Passe die Grösse des Werkzeugs an die Bestandteile deines Motivs an. Anschliessend ziehe mit gedrückter Maustaste über dein Motiv und wähle so den Bereich des Bildes aus, den du später freistellen willst. Je nach Motiv kann es dabei hilfreich sein, die Option «Automatisch verbessern» zu aktivieren.

Unser Beispielbild: Ein Kirmes Fahrgerät vor blauem Hintergrund. Die Auswahl ist anhand der gestrichelten Linie um den Rand des Fahrgeräts zu erkennen.
Unser Beispielbild: Ein Kirmes Fahrgerät vor blauem Hintergrund. Die Auswahl ist anhand der gestrichelten Linie um den Rand des Fahrgeräts zu erkennen.

Falls deine Auswahl zu gross ausfällt und nicht nur das freizustellende Motiv, sondern etwa auch den Hintergrund umfasst, dann lösche einfach einen Teil deiner Auswahl. Halte dafür die «Alt»-Taste gedrückt und fahren mit der linken Maustaste über den Bereich, den du aus der Auswahl ausschliessen willst. In unserem Beispiel wurden alle Bereiche, die einen Teil des blauen Hintergrunds zeigen von der Auswahl ausgeschlossen. Besondere vorsichtig musste an dieser Stelle etwa in den Bereichen zwischen Sitz und Halterung oder rund um die Füsse der Fahrgäste vorgegangen werden.

Wie auch schon in den vorangegangenen Methoden, können auch bei dem Schnellauswahlwerkzeug die Kanten im Nachhinein verbessert werden. Änderungen an Motiven, wie dem in unserem Beispielbild, sollten jedoch mit höchster Vorsicht vorgenommen werden. Die Optionen «Abrunden», «Weiche Kante» oder «Kante verschieben» könnten nämlich dazu führen, dass Bildbestandteile, wie etwa die Füsse der Fahrgäste, unschön abgeschnitten werden.

Damit Bildbestandteile nicht unschön abgeschnitten werden, sollten für Motive wie dieses eher moderate Werte gewählt werden. Experimentiere mit unterschiedlichen Werten und betrachte deren Wirkung genau.
Damit Bildbestandteile nicht unschön abgeschnitten werden, sollten für Motive wie dieses eher moderate Werte gewählt werden. Experimentiere mit unterschiedlichen Werten und betrachten deren Wirkung genau.

Eine noch präzisere Alternative zum Schnellauswahlwerkzeug ist das Zeichenstiftwerkzeug. Hierbei wird das Motiv Schritt für Schritt durch einzelne Striche und Kurven ausgewählt. Diese Methode ist zwar sehr zeitaufwändig, kann jedoch zu sehr guten Ergebnissen bei der Freistellung führen.

Das Ergebnis: Das freigestellte Kirmes Fahrgerät auf transparentem Hintergrund
Das Ergebnis: Das freigestellte Kirmes Fahrgerät auf transparentem Hintergrund

Fazit

Grundsätzlich eignen sich mehrere Photoshop-Werkzeuge zum Freistellen von Bildbestandteilen. Die Wahl des richtigen Werkzeugs kann jedoch viel Zeit und Mühe ersparen. Überlege dabei, welches Werkzeug in deiner Situation den grösstmöglichen Nutzen stiftet und schätze bereits vorher ab, wie präzise die Freistellung erfolgen soll. Korrekturen an der Auswahl, wie die Kantenverbesserung, können auch im Nachhinein noch vorgenommen werden. Geduld und Übung bilden zwei wesentliche Erfolgsfaktoren für eine gelungene Freistellung. Für die weitere Verwendung solltest du deine freigestellten Motive im Dateiformat PSD oder PNG speichern, da diese den transparent gewählten Hintergrund berücksichtigen.

In unserem Artikel zum Thema «Bildobjekte mit Hilfe von Photoshop in neue Hintergründe einfügen» erfahre, wie du deine freigestellten Motive in einer Fotomontage zusammenführen kannst und was es dabei zu beachten gilt.

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